Das Erzieher-Gehalt hängt stark davon ab, wo und in welcher Phase du arbeitest. Während der Ausbildung gibt es zwei Bilder: In der praxisintegrierten Ausbildung (PiA) verdienst du ab dem ersten Tag, in der klassischen Vollzeitform meist erst im Anerkennungsjahr. Im Beruf richtet sich die Bezahlung bei öffentlichen und vielen kirchlichen Trägern nach dem Tarifvertrag, konkret dem TVöD im Bereich Sozial- und Erziehungsdienst (SuE). Dort bestimmen Eingruppierung und Erfahrungsstufe die Höhe. Wichtig: Alle Zahlen in diesem Beitrag sind eine grobe Orientierung. Tarife werden regelmäßig neu verhandelt, und private Träger zahlen unterschiedlich. Dieser Beitrag ordnet Ausbildungsvergütung, Einstiegsgehalt, Tarifsystem und die wichtigsten Einflussfaktoren ein.
Vergütung während der Ausbildung
Ob du während der Ausbildung Geld bekommst, hängt von der gewählten Form ab. Mehr zu den Formen findest du im Beitrag zur Erzieherausbildung.
Definition – Ausbildungsvergütung: Das monatliche Entgelt, das Auszubildende während einer vergüteten Ausbildung erhalten. In der PiA ist es nach Ausbildungsjahr gestaffelt und orientiert sich häufig am TVöD. (Quelle: Tarifregelungen Sozial- und Erziehungsdienst)
In der praxisintegrierten Ausbildung (PiA) erhältst du ab dem ersten Tag eine gestaffelte Vergütung, da du einen Ausbildungsvertrag mit einer Einrichtung hast. Die Vergütung steigt dabei in der Regel mit jedem Ausbildungsjahr. In der klassischen Vollzeitform bleibt die zweijährige Schulphase dagegen meist unvergütet; bezahlt wird erst das einjährige Anerkennungsjahr. In der berufsbegleitenden Form sicherst du dein Einkommen über deine parallele Berufstätigkeit, die zugleich als Praxisanteil anerkannt wird.
| Phase / Form | Vergütung (grobe Orientierung) |
|---|---|
| Vollzeit, Schulphase | in der Regel keine Vergütung |
| Vollzeit, Anerkennungsjahr | vergütet, Orientierung am TVöD SuE |
| PiA, alle Jahre | gestaffelt ab dem 1. Tag, Orientierung am TVöD SuE |
| Berufsbegleitend | Einkommen über die Berufstätigkeit |
Die unvergütete Schulphase lässt sich über Förderungen wie Aufstiegs-BAföG oder einen Bildungsgutschein abfedern.
Einstiegsgehalt im Beruf
Nach der Anerkennung steigst du als Fachkraft ein. Bei tarifgebundenen Trägern richtet sich dein Gehalt nach der Entgeltgruppe und der Erfahrungsstufe. Das Einstiegsgehalt einer Erzieherin oder eines Erziehers liegt im öffentlichen Dienst grob im mittleren vierstelligen Bruttobereich pro Monat bei Vollzeit – die genaue Höhe hängt von Eingruppierung, Stufe, Region und Tarifstand ab.
Hinweis: Konkrete Eurobeträge ändern sich mit jeder Tarifrunde und je nach Träger. Verlässliche aktuelle Zahlen findest du in den jeweils geltenden Entgelttabellen des TVöD SuE. Die Angaben hier dienen nur der groben Einordnung.
Zum Bruttogehalt kommen je nach Träger Zulagen, eine Jahressonderzahlung und betriebliche Altersvorsorge hinzu, die das Gesamtpaket spürbar beeinflussen können.
Definition – Brutto und Netto: Das Bruttogehalt ist der vertraglich vereinbarte Betrag vor Abzügen. Vom Brutto gehen Steuern und Sozialabgaben ab; übrig bleibt das Netto, das tatsächlich aufs Konto kommt. Wie groß der Abstand ist, hängt von Steuerklasse und persönlicher Situation ab. (Quelle: allgemeine Lohnabrechnung)
Aus diesem Grund lassen sich Gehälter nur sinnvoll vergleichen, wenn beide dieselbe Bezugsgröße nutzen. Stellenanzeigen nennen in der Regel das Bruttogehalt.
Das Tarifsystem TVöD SuE
Definition – TVöD SuE: Der Tarifbereich Sozial- und Erziehungsdienst innerhalb des Tarifvertrags für den öffentlichen Dienst. Er regelt für Erzieher:innen Eingruppierung, Erfahrungsstufen, Zulagen und Sonderzahlungen bei öffentlichen und vielen kirchlichen Trägern. (Quelle: Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst)
Das System beruht auf zwei Größen: der Eingruppierung in eine Entgeltgruppe und der Erfahrungsstufe innerhalb dieser Gruppe.
Definition – Eingruppierung: Die Zuordnung einer Tätigkeit zu einer bestimmten Entgeltgruppe, abhängig von Aufgaben und Verantwortung. Eine staatlich anerkannte Erzieherin wird höher eingruppiert als eine Ergänzungskraft, eine Leitung höher als eine Fachkraft ohne Leitungsfunktion. (Quelle: Tarifregelungen TVöD SuE)
Die Erfahrungsstufen steigen mit der Berufszugehörigkeit. Mit den Jahren wächst dein Gehalt also auch ohne Stellenwechsel, weil du innerhalb deiner Entgeltgruppe automatisch aufrückst. Wechselst du in eine Funktion mit mehr Verantwortung, etwa eine Gruppenleitung, eine Einrichtungsleitung oder eine Fachberatung, kann das zusätzlich zu einer höheren Eingruppierung führen. Beide Mechanismen zusammen – Stufenaufstieg durch Erfahrung und Höhergruppierung durch Verantwortung – bestimmen, wie sich dein Gehalt über die Jahre entwickelt.
| Stufe der Laufbahn | Tendenz beim Gehalt (Orientierung) |
|---|---|
| Berufseinstieg | Einstiegsstufe der Entgeltgruppe |
| mehrjährige Erfahrung | Aufstieg in höhere Erfahrungsstufen |
| Gruppen- oder stellvertretende Leitung | tendenziell höhere Eingruppierung |
| Einrichtungsleitung / Fachberatung | deutlich höhere Eingruppierung |
Diese Tabelle zeigt nur die Richtung, keine konkreten Beträge – die ergeben sich aus der jeweils gültigen Entgelttabelle.
Einflussfaktoren auf das Gehalt
Warum verdienen zwei Erzieher:innen mit gleichem Abschluss unterschiedlich viel? Dafür gibt es mehrere Gründe:
- Träger und Tarifbindung: Öffentliche und kirchliche Träger zahlen meist nach Tarif. Bei privaten Trägern ohne Tarifbindung schwankt die Bezahlung stark.
- Eingruppierung: Funktion und Verantwortung bestimmen die Entgeltgruppe.
- Erfahrungsstufe: Mehr Berufsjahre bedeuten in der Regel mehr Gehalt.
- Region: Es gibt regionale Unterschiede, unter anderem durch unterschiedliche Lebenshaltungskosten und Fachkräftebedarf.
- Zusatzfunktionen: Leitung, Fachberatung, Praxisanleitung oder Spezialaufgaben können sich auf das Gehalt auswirken.
- Stellenumfang und Zulagen: Voll- oder Teilzeit, Schicht- oder Wochenendzulagen und Sonderzahlungen verändern das Gesamteinkommen.
Hinweis: Beim Vergleich von Stellenangeboten lohnt der Blick auf das Gesamtpaket: Grundgehalt, Stufe, Zulagen, Jahressonderzahlung und Altersvorsorge ergeben zusammen ein anderes Bild als die Bruttozahl allein.
Verdienst während der Ausbildungsformen im Vergleich
Gerade beim Vergleich der Ausbildungswege ist die Vergütung ein gewichtiges Argument. Wer früh Geld verdient, kann sich die Ausbildung leichter leisten – muss dafür aber oft mehr Doppelbelastung in Kauf nehmen.
- Vollzeit: Die zwei Schuljahre bleiben in der Regel ohne Gehalt, dafür ist die Theoriephase am intensivsten. Erst das Anerkennungsjahr wird vergütet.
- PiA: Durchgehende Vergütung über alle drei Jahre, dafür hohe parallele Belastung in Schule und Einrichtung.
- Berufsbegleitend: Einkommen läuft über die Berufstätigkeit weiter, die Ausbildung dauert aber länger und ist sehr fordernd.
Die finanzielle Lücke der Vollzeitform lässt sich über Förderungen schließen. Wer dagegen Verpflichtungen wie Miete oder Familie zu tragen hat, fährt mit einer vergüteten Form meist sicherer. Die Entscheidung ist also nicht nur eine pädagogische, sondern auch eine finanzielle.
Praxisbeispiel: Gehaltsentwicklung über die Jahre
Jonas schließt seine Ausbildung über die PiA ab, in der er bereits gestaffelt vergütet wurde. Direkt nach der Anerkennung beginnt er bei einem kommunalen Träger und wird nach TVöD SuE in der Einstiegsstufe seiner Entgeltgruppe bezahlt. Nach einigen Berufsjahren rückt er allein durch seine Berufserfahrung in höhere Erfahrungsstufen auf, sein Gehalt steigt also ohne Stellenwechsel. Als er später die stellvertretende Leitung seiner Kita übernimmt, ändert sich seine Eingruppierung, weil mehr Verantwortung hinzukommt. Hätte Jonas stattdessen bei einem nicht tarifgebundenen privaten Träger angefangen, könnte sein Gehalt höher oder niedriger ausfallen – das hängt allein vom jeweiligen Träger ab.
Häufige Fragen / Tipps
- Tarifbindung erfragen: Kläre im Bewerbungsgespräch, ob der Träger nach TVöD SuE oder einem vergleichbaren Tarif zahlt – das schafft Planbarkeit.
- Stufe anrechnen lassen: Frühere einschlägige Berufsjahre können bei der Erfahrungsstufe berücksichtigt werden. Frag aktiv danach.
- Gesamtpaket vergleichen: Zulagen, Sonderzahlung und Altersvorsorge gehören in jeden Gehaltsvergleich.
- PiA finanziell mitdenken: Wer auf Einkommen angewiesen ist, profitiert von der durchgehenden Vergütung der PiA. Mehr dazu im Beitrag zum Quereinstieg.
- Zahlen aktuell prüfen: Alle Beträge sind Orientierung. Die gültige Entgelttabelle deines Trägers liefert die belastbaren Werte.
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Häufige Fragen
Wie viel verdient man in der Erzieherausbildung?
In der praxisintegrierten Ausbildung (PiA) gibt es eine Ausbildungsvergütung ab dem ersten Tag, die nach Ausbildungsjahr gestaffelt ist. In der klassischen Vollzeitform wird meist erst das Anerkennungsjahr vergütet. Die Beträge sind eine grobe Orientierung und ändern sich mit den Tarifrunden.
Was verdient ein Erzieher beim Einstieg?
Im öffentlichen Dienst orientiert sich das Einstiegsgehalt am TVöD SuE und liegt grob bei einem mittleren vierstelligen Bruttobetrag pro Monat in Vollzeit. Die genaue Höhe hängt von Eingruppierung, Erfahrungsstufe und Tarifstand ab.
Was ist der TVöD SuE?
Der TVöD SuE ist der Tarifbereich Sozial- und Erziehungsdienst des Tarifvertrags für den öffentlichen Dienst. Er regelt Eingruppierung, Erfahrungsstufen und Zulagen für Erzieher:innen bei öffentlichen und vielen kirchlichen Trägern.
Steigt das Erzieher-Gehalt mit der Zeit?
Ja. Innerhalb einer Entgeltgruppe steigst du mit zunehmender Berufserfahrung in höhere Erfahrungsstufen auf. Zusätzliche Verantwortung, etwa als Leitung, kann zu einer höheren Eingruppierung führen.
Wovon hängt das Erzieher-Gehalt ab?
Vor allem von Träger und Tarifbindung, der Eingruppierung, der Erfahrungsstufe, der Region sowie von Zusatzfunktionen wie Leitung oder Fachberatung. Auch Zulagen und der Stellenumfang spielen eine Rolle.
Verdienen Erzieher in der freien Wirtschaft mehr als beim öffentlichen Träger?
Das lässt sich nicht pauschal sagen. Tarifgebundene öffentliche und kirchliche Träger bieten oft verlässliche Gehälter und Stufen. Bei nicht tarifgebundenen privaten Trägern variiert die Bezahlung stark, nach oben wie nach unten.